3. Wintertreffen in Lausen - Homepage der Schweizer Freunde Mechanischer Musik

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3. Internationales Drehorgel – Wintertreffen in Lausen, Schweiz
Drehorgelklänge – eine ganz besondere Wunderwelt
Text: Evelin Gysin

Es ist die Musik, die in uns Erinnerungen weckt und in uns etwas bewegt.
Schon die frühen Spaziergänger blieben staunend stehen am Sonntagmorgen 24.Januar 2016, als bei der Stutzhalle Orgel um Orgel ausgeladen wurde. Nicht nur aus der Umgebung, teils mit langen Anfahrtswegen fanden sich über 60 Orgelspieler mit ihren Bijou-Orgeln in Lausen ein. Und schon zauberten die ersten Drehorgelklänge ein Lächeln auf ihre Gesichter. Bereits vor zehn Uhr folgten die ersten Besucher diesen Klängen und um die Mittagszeit fand sich kein freier Stuhl mehr an den blumengeschmückten Tischen. Bereits zum dritten Mal stellten sich die Mitglieder der Fasnachtsclique „Wildsäu“ der grossen Herausforderung des Caterings. Rund 500 Mittagessen sowie Sandwich und Würste, Getränke und Kaffee wurden flink und freundlich serviert. Das feine Essen, da und dort ein Glas Wein, zusammensitzen, plaudern, umrahmt von den wechselnd gespielten Melodien wurde geschätzt von Besuchern und Spielern. Nostalgische sowie weltberühmte Musik, Evergreens, Operettenmusik, Schlager, aber auch aktuelle Hits wie „Atemlos“ von Helene Fischer oder „Mein Herz, es brennt“ von Beatrice Egli wurden von den Musikanten mit viel Hingabe gedreht. Daher erstaunt es nicht, dass die Spieler umringt von einer interessierten Zuhörerschaft kaum mehr sichtbar blieben. Die Spieler genossen den begeisterten Applaus, bevor sich die „Mauer“ der gut 50 Personen zur nächsten Orgel verschob. Das Stück „Tanzende Finger“ wurde nicht nur gespielt, speziell von den Kindern wurden dazu auch die tanzenden Figuren bestaunt.

Fasziniert fanden historische Originalinstrumente, aber auch neue Orgeln, bemalt oder mit wunderschönen Intarsien und Bildern, grosse Beachtung. Eine Predigerorgel aus dem Jahr 1884 mit gut erhaltenen, wunderschönen Intarsien und Lochbändern, die Max Heller selber anfertigt, wurde genau so bestaunt wie die selbstgebaute Orgel mit modernem Holz- Strahlenmotiv nach dem grossen Vorbild der Kirchenorgeln mit verstellbaren Lamellen von Edi Niederberger. Das sind nur zwei Beispiele aus der grossen Vielfalt. Genau so vielfältig wird heute gespielt. Drehorgeln sind längst nicht mehr nur für Strassenmusik unterwegs, je länger je mehr sind sie gefragt bei Kirchenkonzerten, um Gottesdienste zu umrahmen, bei Hochzeiten, Geburtstagen und sonstigen Festivitäten. Entsprechend vielfältig und den Anlässen angepasst findet sich das Musikrollen-Angebot: munter „Alls was bruchsch uf de Wält, das isch Liebi“, melancholisch „Der einsame Hirte“, lebhaft und lustig „Sha-la-lie,sha-la-la“, kirchlich „Händels Largo“, klassisch „La Traviata“.  Diese Beispiele liessen sich beinah unendlich fortsetzen.
An 13 Börsenständen wurden Notenrollen, Orgeln und so mancherlei angeboten, aber da konnten auch echte Trouvaillen bestaunt und erstanden werden.

Das Dessertbuffet wurde in eigener Regie geführt und betreut mit grossem Engagement von den Basler Drehorgel Freunden. 35 Torten, Kuchen, Cakes und Desserts wurden einladend gluschtig präsentiert. Wer konnte da schon widerstehen? Entsprechend sichtbar hat es sich geleert. Auch die letzten Cake-Stücke und Mohrenköpfe haben durch unser Jung-Mitglied Micha Schöpfer unter den zusammenpackenden Spielern noch überraschend schnell Abnehmer gefunden. Auch dieses 3. Treffen wurde von den Basler Drehorgel Freunden mit grossem Engagement organisiert. Das OK hat in guter Zusammenarbeit alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Die breit abgestützte Werbung, der Kontakt mit den Medien, 50 Grossplakate wurden gut sichtbar platziert. In den Läden  Aushängeplakate  verteilt und 5000 Flyer aufgelegt und verteilt. Dies hat wesentlich dazu beigetragen, dass rund 750 Besucher, so viele wie noch nie, - zum all zwei jährlichen, zur Tradition gewordenen Anlass – in die Stutzhalle nach Lausen gekommen sind. Erstmals war auch das Schweizer Fernsehen zu Gast.

Das Ambiente und die Stimmung waren grossartig, zufrieden und fröhlich wurde dann und wann sogar mitgesungen, diskutiert und gefachsimpelt. Aus dem Feedback von Spielern und Besuchern war grosse Begeisterung und Anerkennung spürbar. Musik, was sich nicht in Worte fassen lässt und doch nicht still bleiben kann .

Fotos von Paul Omlin
Copyright © by SFMM -  Alle Rechte vorbehalten - last update: 15.08.2017
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